, Rahel Stöckli

TV-Reise

An einem schönen Samstagmorgen im September ging's für eine eher kleine, dafür umso feinere Tschupplete an mehr oder weniger aktiven Turner*innen auf Turnerreise. Treffpunkt war der Bahnhof Lohn, respektive der Bahnhof Solothurn, wo ich sowohl auf meine Turnergspänli als auch auf bereits geöffnete Bierdosen in deren Händen traf. Natürlich liess auch die erste Flasche Weisswein nicht lange auf sich warten, und kaum in Olten angekommen, war diese bereits Geschichte.

Mit dem Zug ging's weiter in Richtung Sursee, von da aus sollte uns ein kurzer Fussmarsch zum Oberkircher Golfplatz bringen. Sei's drum, der Fussmarsch verlängerte sich aufgrund einer Baustelle ein wenig, aber schön war's, querfeldein über die Hauptstrasse und die Felder des Kantons Luzern. Auf dem Golfplatz angekommen, wurde jeder Turnerin mit einem Fussball ausgerüstet. Fussball auf dem Golfplatz? Ja, richtig gehört. Oder dachtet ihr wirklich, dass beim «richtigen» Golfen tatsächlich jemand von uns einen Ball getroffen hätte? Zwischen Snus, Shots und Snobs galt es dann, das Runde ins Runde zu treffen. Manchen gelang das ganz gut, anderen lag der Sport dann doch weniger. Nach rund einer Stunde stand der Sieger fest: Tschüme hatte alle in Grund und Boden gefussballt. Ruhm und Ehre gebühre ihm.

Nun ging es, erneut zu Fuss, weiter nach Nottwil. Im Seebad Nottwil verbrachten wir die Mittagspause, manche zwickten einen kurzen Schwumm, andere genossen die Ruhe und widmeten sich ihrem obligaten Mittagsschlaf.

Nach weiteren Erfrischungsgetränken machten wir uns – zu Fuss oder mit dem Zug – auf den Weg nach Sempach und von dort aus weiter nach Luzern. In Luzern gabs einen kurzen (Jass-)Zwischenstopp in der Altstadt, bevor wir dann die Jugendherberge bezogen. Es stellte sich heraus, dass sowohl die Frauen als auch die Männer sich das Zimmer mit rund zehn fremden Personen teilen mussten. Ob das ein gutes Ende nehmen würde?

Mit fortgeschrittener Zeit stieg beim ein oder anderen natürlich auch der Alkoholpegel, der ab einem gewissen Zeitpunkt alle zwei Minuten in ein «läck ha ig mir es Schitt glade» gipfelte. Weiter ging's zum Nachtessen, wo sich zwei Turner Pouletflügeli à discretion gönnten. Der eine kämpfte zunehmend mit der Menge, beim anderen hätte man meinen können, er habe seit Tagen nichts gegessen. Vor lauter Gier rief zweiterer in regelmässigen Abständen dem ersten am Anfangs des Tisches zu, er solle doch beim nächsten Service gleich wieder bestellen. DAMIAAAAAN.

Quasi zum Dessert ging's dann via Kapellbrücke (auf welcher auch das wunderschöne Gruppenfoto entstand) weiter in eine Bar, in welcher sich zuständiges Servicepersonal leider nicht mit allen unserer Gruppe anfreunden konnte. Umgekehrt genauso. Komisch.

Ein paar Pitcher und BINGOS später teilte sich die Gruppe erneut: Gruppe 1 ging zurück in die Jugendherberge, Gruppe 2 (die Nachtschwärmer) noch ein paar Häuser weiter. Da ich Teil der ersten Gruppe war, kann ich leider (trotz lebhafter Erzählungen am darauffolgenden Tag) nicht alles rekonstruieren. Die Highlights möchte ich euch jedoch nicht vorenthalten. Die letzten zwei der Gruppe 2 (von mir auch liebevoll Duo Infernale genannt – rauben sie mir doch des Öfteren den letzten Nerv) zogen offenbar bis 5 Uhr morgens um die Häuser. Was die beiden in den unzähligen Clubs erlebt haben sollen, erleben andere nicht in einem Jahr. Bei ihrer Heimkehr hatten die zwei süssen Käfer offenbar noch ein wenig Liebe zu verteilen, Florian kam somit in den Genuss eines sanften Fussstreichelns. Und auch Yves sollte von den Streicheleinheiten nicht verschont bleiben. Leider gehörte dieser gestreichelte Fuss dann nicht Yves, sondern einem chinesischen Zimmergenossen, der über die nächtliche Massage nicht allzu erfreut war. So viel zum geteilten Zimmer.

Am nächsten Morgen schwangen einige nicht nur die Vereins-, sondern auch die Alkoholfahne. Nichtsdestotrotz ging's wieder in die Stadt, wo wir in zwei Gruppen einen Detektivtrail absolvierten und so Luzern noch etwas besser kennenlernten. Beide Gruppen meisterten die Aufgabe mit Bravour, als Preis gab's Lindorkugeln. Nach dieser Anstrengung lag der nächste Programmpunkt auf der Hand: Ein Erfrischungsgetränk musste her. Mit einer Apérolbombe gings für uns dann wieder in Richtung Bahnhof, wo wir die Heimreise antraten. In Solothurn trennte ich mich dann wieder von meinen Gspänli, von welchen ein Teil der Gruppe die Reise im Road Stop ausklingen liess – angeführt, wie könnte es anders sein, vom Duo Infernale.

An dieser Stelle ein grosses Merci an Lenny für das Organisieren der Reise! Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr unter der Leitung von Yves.